Mitten in der Kölner Innenstadt liegt ein Gebiet, in dem man sich wie in ein anderes Universum versetzt fühlt. Das war schon so, als hier noch gearbeitet wurde. Jetzt, da die Gebäude weitgehend leerstehen, glaubt man sich wirklich in einer Geisterstadt. Die Rede ist vom Gereonshof oder Gerling Quartier - zwei Häuserblocks, die einstmals dem Gerling-Konzern gehörten. Die Architektur, die aus den 1950er und 1960er Jahren stammt, erinnert arg an Gebäude aus dem Nationalsozialismus. Und obwohl man sich nur wenige Schritte vom belebten Hohenzollernring entfernt befindet, ist es hier ausgesprochen ruhig.
Lange wurde geplant und gestritten, was nun daraus werden soll, zumal die meisten Häuser unter Denkmalschutz stehen. Nun wurde ein Bebauungsplan des Investors Frankonia Eurobau Friesenquartier GmbH verabschiedet. Ganz in sicheren Tüchern ist das Projekt aber noch nicht, weil der Kirchenvorstand eventuell klagen will. Denn die benachbarteKirche St. Gereon wird dem Entwurf nach von allzu vielen Gebäuden überragt und quasi erdrückt.
Der neue Plan wird die bestehenden Häuser größtenteils wenig verändern und teilweise aufstocken. Die Straße Gereonshof wird für den Verkehr gesperrt, stattdessen soll ein Platz mit Cafés und Geschäften entstehen, der an eine römische Piazza erinnern wird, so das Imagevideo des Investors, das man unter http://www.gerling-quartier.de anschauen kann. Neben Büroflächen ist der Bau vieler luxuriöser Wohnungen geplant. Ein großer Bereich zwischen verschiedenen Häusern wird dann auch nur den Anwohnern als parkähnlicher Garten zur Verfügung stehen.
Noch in diesem Monat sollen die Bauarbeiten beginnen. Neben den Umgestaltungen der bestehenden Häuser wird es auch vier Neubauten geben, die sich optisch natürlich in das Konzept einfügen werden.
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